Finanzberatung gegen Cash kann dem Kunden nur recht sein

Donnerstag, 6. Oktober 2011 von Wolff von Rechenberg

Beratungsgespräch in einer Postbank-Filiale. Foto: PostbankDie Anzeichen verdichten sich, dass Finanzberatung bald auch oder nur noch gegen Honorar angeboten wird. Das hört sich teuer an, ist es aber nicht. Und Verbraucherschützer werden den Schritt begrüßen.

Beratung nur noch gegen Cash? Da zucken viele von uns zusammen. Da denken wir ans Reisebüro oder an die steigenden Zuzahlungen beim Zahnarzt. Soll ich jetzt schon zahlen, damit mir jemand die richtige Riester-Rente, den besten Fonds oder die günstigste KFZ-Versicherung empfiehlt? Antwort: Das tun wir schon. Für alle genannten Produkte fallen mehr oder weniger Abschlussgebühren, Verwaltungsgebühren an und – Provisionen.

Den Lebensunterhalt des Beraters zahlt schon jetzt immer der Kunde

Der Berater lebt von den Provisionen, und was glauben Sie, wer die bisher zahlt: Die Bank? Die Versicherung? Auf Heller und Pfennig fließen die Provisionen mit in die Kosten eines Finanzprodukts ein. Das geht alles auf unsere Versicherungsprämie, auf den Beitrag zur Riester-Rente oder worauf auch immer. Die Rechnung zahlt immer der Kunde. Dabei kann er nicht einmal sicher sein, dass der Berater in seinem – des Kunden – Sinne berät oder nur an die eigene Provision denkt.

Genau hier will die Politik ansetzen. In Großbritannien und den Niederlanden sollen Provisionen auf Finanzprodukte schon ab 2013 verboten sein. Deutsche Finanzberater und ihre Kunden müssen sich wohl erst für 2014 auf einen solchen Schritt gefasst machen. Dann will die EU das Provisionsverbot von Lappland bis zum Peloponnes vorschreiben.

Wem nützt eine Provisionsverbot?

Was bedeutet das für die Geldanleger oder die Versicherungskunden? Wenn das Provisionsverbot kommt, dann bedeutet das zunächst nichts anders als eine saubere Trennung zwischen dem, was ein Produkt kostet und dem Honorar, das der Berater bei Abschluss erhält. Es gibt also keinen Grund, dass es insgesamt teurer wird beispielsweise eine KFZ-Versicherung abzuschließen. Im Gegenteil: Da der Kunde in der Honorarberatung Preis und Leistung eines Beraters vergleichen kann, fallen überhöhte Provisionen auf. Der Wettbewerb unter Finanzberatern wird die Honorare für Finanzberatung automatisch deckeln, denn wer zu teuer wird, geht ein.

Foto: © Postbank

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