Der Garantiezins für Lebensversicherungen soll 2012 von derzeit 2,25 Prozent auf mickerige 1,75 Prozent sinken. Lohnen sich Lebensversicherungen dann überhaupt noch? Da ist der Bund der Versicherten (BdV) skeptisch: Im Internet warnt BdV-Vorstand Hartmuth Wrocklage Verbraucher, die jetzt noch schnell die etwas höheren Zinsen mitnehmen wollen. Zu wenig Rendite biete die Lebensversicherung schon jetzt, zu intransparent sei des Deutschen liebste Altersversorge und zu teuer. Teuer vor allem deswegen, weil gerade in den ersten Jahren der Versicherungslaufzeit kaum Gewinne entstehen. In dieser Zeit ziehen die Versicherer ihre Verwaltungskosten und Provisionen ab. Dieses Vorgehen ist als “Zillmerung” bekannt. Da der Zinseszinseffekt aber auf die meist langen Laufzeiten einer Lebensversicherung auch geringe Zinsunterschiede beachtlich aufsummiert, werden Lebensversicherungen also in der Tendenz tatsächlich uninteressanter für Geldanlager.
So paradox es klingt: Dennoch begrüßen einige Branchenexperten den niedrigeren Zins. Wer auf Rendite setzen wollte, wird sein Geld auch bisher schon in anderen Geldanlagen angelegt haben. Der Trumpf der Lebensversicherung ist ihre Sicherheit. So argumentiert der Versicherungsmathematiker Axel Kleinlein im “Handelsblatt”. Und diese Sicherheit vergrößere sich durch den Niedrigzins eher. Den Garantiezins müssen die Unternehmen nämlich erst einmal am Kapitalmarkt erwirtschaften. Da dort die Zinsen ebenfalls auf Tauchstation sind, könnten vor allem kleinere Gesellschaften Schwierigkeiten bekommen, ihren Kunden den Garantiezins von derzeit 2,25 Prozent auch langfristig zu sichern. Ein niedrigerer Garantiezins entlastet also die Versicherer und stärkt den Ruf der Lebensversicherung als Fels in der Brandung. So hoffen die Versicherer.
Lassen wir einmal dahingestellt, ob die Lebensversicherung tatsächlich so viel sicherer ist als andere Anlageformen. Für die Kunden bedeutet ein niedrigerer Garantiezins nicht notwendigerweise, dass sie die Finger von der Lebensversicherung lassen sollten. Wem es nicht zu allererst um Rendite geht, der kann auch weiter zur Lebensversicherung greifen. Er sollte nur genau hinsehen. Das betrifft vor allem die Kosten. Vor Abschluss eines Vertrages sollten sich Neukunden genau nach den Verwaltungskosten und Provisionen erkundigen, die der Versicherer kassiert. Für die Versicherer bedeutet die anhaltende Talfahrt des Garantiezinses, dass sie offener als bisher über die Kosten sprechen müssen. Denn sonst verspielt die Lebensversicherung tatsächlich irgendwann ihren Kredit bei den Verbrauchern.
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Schlagworte: Garantiezins, Lebensversicherung
Die “Mutter aller Zivilisationsprobleme”, die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz, ist so einfach, dass sie von jedem verstanden werden kann, der zumindest die Grundrechenarten beherrscht:
http://www.swupload.com//data/Kremer.pdf
Nur nicht von denen, die bis heute an “Apfelbäumchen” glauben:
http://www.deweles.de/willkommen/himmel-und-hoelle.html