Falsch beraten oder nur unerfüllte Erwartungen?

Donnerstag, 1. April 2010 von Eike Böttcher

Die Banken werden immer häufiger wegen falscher Beratung vor den Kadi gezerrt. So erscheint es zumindest dem geneigten Leser, der aufmerksam die Wirtschaftspresse online und offline verfolgt. Ein Grund ist sicherlich die gesteigerte mediale Aufmerksamkeit für solche Fälle. Dafür hat die Finanzkrise gesorgt. Jeder neue Fall scheint die Dreistigkeit der Banker noch besser und deutlicher zu illustrieren und schafft es demzufolge auf die Titelseiten. Viele Sparkassen standen in der Vergangenheit wegen großzügig verkaufter Lehman-Zertifikate in der Kritik, auch Privatbanken haben sich – auf gerichtlichen Druck oder freiwillig – zur Entschädigung ihrer Kunden mit Lehman-Produkten entschlossen. Wie so oft bei Vergehen und Verbrechen braucht es erst einen mutigen Betroffenen, der das Licht der Öffentlichkeit sucht und damit den anderen die Courage gibt, ihre Rechte offensiv einzufordern. Im Falle einiger Finanzkrisenopfer ist es jedoch nicht der Mut, den sie brauchen, sondern die Erkenntnis, dass sie überhaupt betroffen sein könnten.

Viele hätten den Vermögensverlust sonst demütig als Ausrutscher auf dem für sie zu glatten Börsenparkett hingenommen, den ihnen der eloquente Banker genauso plausibel erklärt hatte, wie die sagenhafte Rendite, die die Anlage eigentlich todsicher hätte bringen müssen. Für diese wahren Opfer falscher Bankberatung ist es richtig und wichtig, dass die Schadenersatzprozesse gegen Banken seit Ausbruch der Finanzkrise öffentlicher geführt werden. Allerdings dürfte es unter den Klägern auch einen Großteil von Anlegern geben, die ihre Bank nicht wegen falscher Beratung, sondern wegen unerfüllter Erwartung verklagen. Jährliche Renditen im zweistelligen Prozentbereich sind nun mal auf Dauer nicht realistisch, ohne dass dafür an anderer Stelle jemand die Zeche zahlt.

Niemandem ist es vorzuwerfen, dass er für sein Vermögen den maximalen Zuwachs erzielen will. Wenn er es aber unter Missachtung des gesunden Menschenverstandes tut, dann ist das schon einen Vorwurf wert. Und diesen dann – aufbereitet mit etwas juristischem Fachchinesisch – per Gerichtsprozess an die Bank weiterzureichen, damit macht es sich der clevere Anleger dann doch zu einfach. In Anlehnung an den Schuster und seinen Leisten bleibt die Erkenntnis für künftige Krisen, die viele renditefixierte Anleger von ihrem Bankberater partout nicht hören wollten: Sparer bleib bei Deinem Tagesgeld!

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Eine Antwort auf “Falsch beraten oder nur unerfüllte Erwartungen?”

  1. Arne sagt:

    Grundsätzlich richtig. Jedoch gehört zu einer richtigen Entscheidung auche ine faire Information. Wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Der Arzt untersucht sie und dichtet Ihnen hoffentlich aus Gewinnsucht keinen Krebs an oder amputiert ein Bein. Sie verlassen sich darauf das das Auto seine versprochen Grundfunktion erfüllt und nicht beim Anlassen explodiert. Wenn die Banken “Produkte” verkaufen sollten diese auch einen Qualitätstandart genügen. Wie kann z.B. eines ihrer “Lehman Zertifkate” bei der Citibank in Risikoklasse 2-3 eingestuft werden (5 ist spekulativ) und trotzdem innerhalb von 5 Monaten auf “=” sinken. Jeder weiß ein Auto kann kaputt gehen, bitte in Zukunft nicht ärgern wenn ihr 50.000€ Daimler nach 100 kmh Totalschaden hat. Thats Life könnten ja auch zu Fuß geehen.

    die ist ein Plädoyer dafür das Banken eine Haftung für ihre Produkte übernhemen . Dies ist ihr Job wie des der Job tausender anderer Branchen ist funktionierende Produkte auf den Markt zu bringen die einen Mindeststandart einhalten. 30 Millarden gingen jedes Jahr vor der Finazkrise Bürgern aufgrund mangelhafter Bankberatung(Schätzung Verbraucherzentrale) verloren. Es ist für unsere Gesellschaft wichtig das wir ein Fianzwesen haben wo der Kunde darauf vertrauen kann nicht schon beim durch die Tür gehen betrogen zu werden, schleißlich sollen wir privat vorsorgen. Dies ist in Deutschland ur Zeit nicht möglich siehe undurchsichtige Riesterverträge, Schrottimmobilien, Schufa Skimming, Lehman Zertifikate oder aber das Banken für “0 % Geld vom Staat erhalten und damit nur ihre Gewinnmarge vergrößern statt Kredite zu günstigeren Konditionen zu vergeben

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